Anerkennung für Forum Recht: geistige Blüte inmitten von Leerstand

12.04.2021 | Architektur
Architekturstudent Henri Schmid unter den TOP 5 beim wa award 2021

Jedes Jahr zeichnet wettbewerbe aktuell hervoragende betreute Semester- und Abschlussarbeiten von Studierenden aus. Mitte März wurden die zehn Finalisten des studentischen Nachwuchspreises 2021 bekannt gegeben. Dazu gehört auch die Arbeit eines Architektur-Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.

Henri Schmid (7. Semester) überzeugte die Jury mit seiner im Wintersemester 20/21 entstandenen Semesterarbeit für die Stiftung Forum Recht in Karlsruhe. Wie wird die Rechtsprechung in unserer Demokratie für den Laien zugänglich gemacht und wie kann ein derart komplexes Thema in den öffentlichen Raum transportiert werden? Henri Schmid hat einen möglichen Ansatz am Beispiel von Karlsruhe entwickelt und den Begriff des Forums weiter gefasst:

„Um ein Bewusstsein für unseren Rechtsstaat in der Bevölkerung zu schaffen, soll in Karlsruhe das Forum Recht entstehen. Eine so allgegenwärtige und abstrakte Thematik setzt einen ebenso umfassenden Umgang mit der Demonstration dieses Themas voraus. Aus diesem Grund entschließt sich in diesem Konzept das Forum Recht dazu, selbst zum Besucher zu werden. Ein mobiles Forum, das überall denkbar ist und verschiedenste soziale Charaktere erreichen kann.“

Das Forum soll aber nicht in Ausstellungen oder Museen, sondern eigenständig an markanten Orten zu finden sein. „Folgen von demographischem und technologischem Wandel sind architektonische und bauliche Defizite. Räume, die in diesem Entwurf die Bühne bilden sollen. Leerstehende Gebäude oder brachliegende öffentliche Plätze, sollen neu bespielt und aktiviert werden.  Das Forum Recht als eine Institution, die menschliche Aktivität ermöglicht und zu einer Urbanität und Lebendigkeit der Stadt beiträgt. Die Möglichkeit zum Austausch und Diskussion zwischen Menschen als Resultat und Sinnbild, für einen funktionierenden Rechtsstaat.“

Mit der zunehmenden Verdichtung von Innenstädten kommt der Architektur in der Modulierung öffentlicher Begegnungen eine besondere Dimension zu, so die Jury von wettbewerbe aktuell. Das Verhältnis zwischen Architektur und Öffentlichkeit unter den Bedingungen der gesellschaftlichen Vielfalt stand im Fokus des diesjährigen Wettbewerbs. Auf die Frage, welche raumbildenden Elemente und architektonischen Strukturen geeignet sind, um Menschen in Austausch zu bringen und öffentliche Räume wiederzugewinnen, fand Henri Schmid einen bemerkenswerten Lösungsansatz.

Schmids Arbeit zählt zu den deutschlandweiten Finalisten. Mit Ihm ist die Hochschule Würzburg-Schweinfurt als einzige Hochschule Bayerns in diesem Jahr vertreten. Die Bekanntgabe des/der Gewinner/in erfolgt Ende April.

Betreut wurde die Semesterarbeit von der Professorin Dorothea Voitländer sowie von den Professoren Stefan Niese, Stephan Häublein und Martin Naumann.