Lehr- und Studieninhalte

Die Inhalte des Studiums werden in unterschiedlichen Modulen angeboten. Diese Module befassen sich jeweils mit einem Teilaspekt der Architekturdisziplinen und werden integrativ gelehrt. Die Beschreibung der Module, deren Umfang und eventuelle Voraussetzungen sind im Folgenden beschrieben.

Abgebildet wird der Studienaufbau des Bachelorstudiengangs Architektur. Vom ersten bis vierten Semester werden die Module Recht, Architekturgeschickte, CAA sowie CAD, Städtebau, Darstellen und Gestalten, Entwerfen, Baukonstruktion, Bauphysik und Baustoffe, Tragwerk, Gebäudetechnik und Bauaufnahme gelehrt. Das Praxismodul ist im fünften Semester zu finden. Vom sechsten bis siebten Semester werden die Module Städtebau, Entwerfen, Baukonstruktion, Bauen im Bestand, Energie und Nachhaltigkeit sowie Bauökonomie gelehrt. Im achten Semester erstellen die Studierenden ihre Bachelorarbeit.

Das Fach Architekturgeschichte widmet sich den Bauwerken vergangener Zeiten. In Vorlesungen werden über drei Semester repräsentative europäische Schlüsselbauten – von der griechischen Antike bis zur jüngsten Moderne – epochenweise vorgestellt. In der Lehre wird die Architekturgeschichte in den weiteren Kontext der allgemeinen Kunst- und Kulturgeschichte eingebunden. Ziel ist es, das Verständnis für die historische Prägung unserer gebauten Umwelt, aber auch für die Geschichte des eigenen Berufes zu erlangen.

Den Abschluss des achtsemestrigen Studiums bildet die Bachelorarbeit, die von den Studierenden unter Setzung eigener Schwerpunkte selbstständig bearbeitet wird. Die anspruchsvollen Bachelorthesen haben einen realitätsnahen Charakter und spiegeln damit anschaulich das breite Aufgabengebiet des Architekten wider. Im Regelfall werden in jeder Arbeit zwei bis drei thematische Hauptakzente gesetzt. Das bearbeitete Projekt kann somit in seiner vollen Komplexität erfasst und von unterschiedlichsten Seiten beleuchtet werden. Dies eröffnet die Chance differenzierte, qualitätsvolle und nachhaltige Lösungsansätze zu erarbeiten, zu kommunizieren und im Anschluss gemeinsam zu diskutieren.

Bauaufgaben setzen sich zunehmend mit dem Bestand und der Umnutzung von Gebäuden auseinander. Daher gewinnt auch die Erfassung baulicher Objekte zunehmend an Bedeutung. Mit der Definition "Bauaufnahme ist die Bestands- und Zustandserfassung eines dreidimensionalen Objektes und dessen Wiedergabe in [...] maßstabsgerechten Plänen und - soweit zeichnerisch nicht darstellbar [...] durch die verbale Beschreibung" (vgl. Gerda Wangerin: Bauaufnahme, Vieweg-Verlag: 1986, S.10) lassen sich die Inhalte des Moduls Bauaufnahme, die Einführung in die Vermessung, Methoden der geometrischen Erfassung, der Substanzerfassung und der Dokumentation treffend beschreiben.

Das Modul Bauen im Bestand und Tragwerke setzt sich mit den Erfordernissen zum Erhalt und zur Ertüchtigung unseres Baubestandes auseinander. Es werden die methodischen und technischen Grundlagen zur Erhaltung von historischen Bauten sowie der sensible Umgang mit dem besonders erhaltenswerten Baubestand vermittelt. Der Denkmalschutz, die verschiedenen Sanierungstechnologien, die Auseinandersetzung mit dem Tragwerk im Bestand und die Bauphysik sind Schwerpunkte, auf die in der Projektarbeit an einem realen Objekt in der Region vertieft eingegangen wird.

Das Fach Baukonstruktion vermittelt Wissen und Anwendungskompetenzen zu Materialien und Konstruktionsarten in Abstimmung und Anpassung an den Entwurfs- und Gestaltungsgedanken. Material- und Konstruktionszusammenhänge werden anhand von Projekten vermittelt und der Bezug und Zusammenhang anhand eigener Entwürfe und Projektarbeiten weiterentwickelt und in seiner Gesamtheit dargestellt.

Im Mittelpunkt des Moduls Bauökonomie steht die Verbindung von konzeptionellem Entwurf und Konstruktion mit den Gesetzmäßigkeiten der Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Baurealisierung. Welche Faktoren und Gesetzmäßigkeiten bestimmen den Entwurfs- und Bauprozess? Die Parameter Baurecht, Vergaberecht, Kostenplanung, Terminplanung, Organisation und Qualitätssicherung werden nicht als begrenzende, sondern als gestaltprägende Einflussfaktoren auf dem Weg zur architektonisch anspruchsvollen Realisierung eingeführt. 

Die Grundlagen der physikalisch allgemein geltenden Schutzziele eines Gebäudes bilden die Schwerpunkte des Faches Bauphysik. Über das Verständnis der physikalischen Abhängigkeiten im Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz sollen Themen wie ein sparsamer Umgang mit Energie und optimale Energieeffizienz von Gebäuden und Quartieren, ein nutzungsgerechter Schallschutz, eine optimierte Raumakustik und der erforderliche Brandschutz betrachtet werden.

Die physikalischen, energetischen, chemischen, optischen und haptischen Eigenschaften von Baustoffen bilden die Grundlage für deren Einsatz in Konstruktionen zur Gewährleistung nachhaltiger Gebäude. Das Modul Baukonstruktion und Baustoffe vermittelt als Schwerpunkt die Eigenschaften von gängigen Baustoffen. Im ersten Semester (Baustoffe I) werden die Baustoffe des Rohbaus, im zweiten (Baustoffe II) die Baustoffe des Innenausbaus behandelt.

In den ersten drei Semestern des Moduls Digitale Werkzeuge werden in drei aufeinander aufbauenden Kursen computergestützte Anwendungen in der Architektur gelehrt. Im Grundkurs CAA wird den Studierenden der Einstieg in die digitale Welt eröffnet. In den weiterführenden Kursen CAD I und CAD II werden unterschiedliche Konzepte der Darstellung und Visualisierung vermittelt. Synergien mit anderen Modulen werden erzielt, indem die erworbenen Kenntnisse in praktischen Übungen und bei der Ausarbeitung von Projektarbeiten vertieft werden.

Durch die Bearbeitung von Entwurfsübungen werden die Studierenden an das Entwerfen herangeführt. Die Übungen werden meist in Zweiergruppen selbstständig erarbeitet. Auf händisches Zeichnen und Arbeiten am Modell wird dabei großen Wert gelegt. Denn nach wie vor eignet sich die Handskizze am besten, um Entwurfsvorstellungen zu visualisieren. Das Arbeitsmodell ist eine sehr aussagekräftige Möglichkeit, um Entwurfsgedanken zu überprüfen. Durch wöchentlich stattfindende Korrektursitzungen wird dieser Arbeitsprozess individuell begleitet. Dabei werden Anregungen für die Weiterentwicklung des Entwurfes gemacht sowie Vorschläge zur Arbeitsmethodik angesprochen.

Projektarbeiten aus dem Modul finden Sie unter Einblicke in den Studiengang.

»Engineering is not one and design another. They must be one and the same thing.«  Louis Kahn, 1901–1974

Ausgehend von dieser Grundhaltung werden in Vorlesungen Kenntnisse über Aufgaben und Funktion wesentlicher gebäudetechnischer Systeme und deren Integration in den architektonischen Entwurf vermittelt. Beginnend mit grundsätzlichen Anforderungen an die Behaglichkeit im Raum folgen im Modul Gebäudetechnik anschließend Strategien und Kriterien zum energieeffizienten, nachhaltigen und wirtschaftlichen Einsatz gebäudetechnischer Anlagen in Gebäuden.

Darstellen und Gestalten vermittelt die Grundlagen der freien Expression und Formfindung als Basislehre des Entwerfens. Mittels didaktischer Übungen werden das freie Zeichnen, die Anwendung von Texturen, die Proportionslehre und die Farbgestaltung erlernt. Das Freihandzeichnen übt die sinnliche Wahrnehmung von Strukturen, Körpern und Räumen sowie von Stadt- und Landschaftsräumen.

Plastisches Gestalten behandelt die klassischen Fügungsarten der skulpturalen Ausformung von Körpern. Dabei stehen grundlegende Prinzipien der Kompositions- und Proportionslehre im Fokus, wobei die plastische Wirkung des Lichtes eine zentrale Rolle in der Betrachtung spielt. Die Beschäftigung mit den Gesetzmäßigkeiten der darstellenden Geometrie und der Architektur-Perspektive schärft die Vorstellungskraft und bildet die Basis der räumlichen Architekturvisualisierung.

Projektarbeiten aus dem Modul finden Sie unter Einblicke in den Studiengang.

Nachhaltiges und energieeffizientes Bauen und Betreiben von Bauwerken sowie die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden stellen zukünftig eine wesentliche Herausforderung im Planungsprozess für Architekten und Ingenieure dar. In der Ausbildung werden dabei die sich ergebenden wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Nachhaltigkeit einerseits und Energieeffizienz andererseits beim Entwurf und der Konstruktion behandelt. Lehrziel ist eine integrale Betrachtung von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz als gestaltprägende und entwurfsbestimmende Faktoren.

Die Vermittlung der Grundlagen des öffentlichen Rechts sowie des Privatrechts sind Inhalt des Rechtsmoduls im vierten Studiensemester. Das Bauplanungsrecht schafft die planerischen Voraussetzungen für das Maß der baulichen Nutzung einzelner Grundstücke. Davon zu unterscheiden ist das Bauordnungsrecht der Länder, das in Gestalt der jeweiligen Landesbauordnung regelt, wie im Einzelnen gebaut werden darf. Bauplanungs- und Bauordnungsrecht, als Kategorien des öffentlichen Rechts, werden ergänzt durch die Vermittlung von Grundlagen des Vertragsrechts aus dem Bereich des Privatrechts.

 

 

Um eine "Stadt lesen" zu können, werden die Kenntnisse über Entstehungsbedingungen und ein Grundwissen über strukturelle Bausteine vorausgesetzt, die im Kurs Städtebau vermittelt werden sollen. Hierzu wird im Rahmen einer Vorlesungsreihe der Einblick in die verschiedenen Phasen der Stadt- und Siedlungsentwicklung der europäischen Stadt eröffnet. In begleitenden Übungen wird das Stadtgefüge in seinem räumlichen Aufbau analysiert. Dabei werden unterschiedliche Stadtbausteine als fundamentale Elemente der Stadtstruktur ermittelt und in ihrer Wirkung auf den Stadtraum untersucht.

Der Tragwerksentwurf gewährleistet die Standsicherheit von Gebäuden und versucht gleichzeitig möglichst wirtschaftliche Konstruktionen zu erarbeiten. Dieses Lehrgebiet stellt die engste Verbindung zum Bauingenieurwesen dar. Die Studierenden sollen die Methoden und die Denkweisen der Bauingenieure verstehen, um in der Planungsphase zu einer konstruktiven Zusammenarbeit fähig zu sein und so die optimale Lösung finden zu können.

Kaum ein anderes Berufsfeld ist mit so vielen unterschiedlichen Wissensbereichen verknüpf, wie das der Architektur. Neben der Kenntnis über Materialien, Normen sowie über Gestalt und Raum, stellen sich auch soziologische und gesellschaftsphilosophische Fragen. Themen der Nachhaltigkeit sowie die Internationalisierung sind weitere Herausforderungen des Berufsbildes.

Daher werden in jedem Semester Fachwissenschaftliche Pflichtmodule (FWPM), wie beispielsweise barrierefreies Bauen, Brandschutz, Aktzeichnen oder Architekturphotographie und  Allgemeinwissenschaftliche Pflichtmodule (AWPM) zur freien Belegung angeboten. Dieses Angebot fördert das Interesse der Studierenden, sich mit weiterführenden Themen neben der reinen berufsbezogenen Architekturlehre auseinanderzusetzen. Diese erweitern den Horizont und tragen zur Persönlichkeitsentwicklung und Profilbildung bei.